Während der Geburt

Sie können verschiedene Geburtspositionen wählen, so dass die Geburt so angenehm und individuell wie möglich für Sie wird. Unsere Hebammen beraten Sie gerne und finden gemeinsam mit Ihnen die beste Position. Ein Gebärhocker kann ebenfalls genutzt werden.

Im Saal 2 haben Sie die Möglichkeit in der Gebärwanne zu entbinden. Die größte positive Wirkung bei einer Wannengeburt ist die Schmerzlinderung während der Wehen durch die Wärme und den Wasserdruck auf den Bauch. Die Geburtsdauer kann verkürzt werden und die Rate an Geburtsverletzungen ist geringer.

Die erste Stunde nach der Geburt ist die sensibelste Phase für das Knüpfen erster Bande zwischen Eltern und Baby. Wir praktizieren das Bonding im Kreißsaal, das heißt, dass Ihr Kind direkt nach der Entbindung auf Ihre Brust gelegt wird und sie Zeit haben sich in Ruhe zu beschnuppern und kennenzulernen. Erst danach erfolgen das Wiegen und weitere Untersuchungen.

Etwa drei bis fünf Prozent der Kinder liegen zur Geburt in Beckenendlage, also mit dem Po nach unten. Auch in diesem Fall ist eine natürliche Geburt unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Wir praktizieren seit vielen Jahren die vaginale Geburt bei Beckenendlage, bevorzugt aus dem Vierfüßlerstand.

Sollte Ihr Kind mit dem Po nach unten gerichtet sein, empfehlen wir die Vorstellung in unserer Intensivschwangerenberatung ab der 36.SSW zur genauen Planung der Geburt. Nach der Untersuchung wird Ihnen in einem ausführlichen Gespräch der Ablauf der Geburt dargestellt und gemeinsam der gewünschte Entbindungsmodus besprochen.

Die wichtigsten Punkte des Gespräches über die Entbindung bei Beckenendlage haben wir in einem Informationsblatt zusammengefasst?

Nicht jede Frau verspürt den Geburtsschmerz gleich, die Wehen unter der Geburt werden unterschiedlich wahrgenommen und auch die Herangehensweise ist individuell anders. Jede Gebärende sollte hier nach ihren eigenen Bedürfnissen entscheiden und ihren eigenen Weg finden, mit dem Wehenschmerz umzugehen. Die begleitende Hebamme kann wertvolle Tipps geben.

Nicht-Medikamentöse Schmerzlinderung
  • Verschiedene Atemtechniken helfen um vom Schmerz abzulenken. 
  • Eine Massage während der Geburt wird von vielen Frauen als angenehm und schmerzlindernd empfunden.
  • Wasser sorgt für Entspannung; in der Entspannungswanne empfinden die Frauen die Wehen häufig weniger schmerzhaft.
  • Aromatherapie kann den Wehenschmerz zu lindern; dazu werden ätherische Öle verwendet, um mit deren Duftwirkung das Wohlbefinden zu verbessern oder Ängste zu verringern.
Medikamentöse Schmerztherapie
  • Einsatz von Nichtopioiden wie Paracetamol oder schwach wirksamen Opioiden
  • selbstkontrolliertes Einatmen von Lachgas
  • Die Periduralanästhesie (auch Epiduralanästhesie oder kurz PDA) gilt als das effektivste Verfahren zur Schmerzlinderung während der Geburt. Nach einer lokalen Betäubung der Haut wird eine Kanüle in den unteren Teil des Rückens eingeführt und darüber ein Periduralkatheter (PDK) in den Periduralraum eingelegt. Dieser verbleibt im Rücken, während die Nadel anschließend entfernt wird. Mit Pflastern fixiert ist so eine unbegrenzte Bewegung möglich. Während der Wehen können dann über eine Pumpe mehrfach und über längere Zeit schmerzstillende Medikamente verabreicht werden.

Wenn ein Kaiserschnitt notwendig sein sollte, erfolgt dieser meist in Spinal- oder Periduralanästhesie. Durch diese Anästhesieform haben Sie die Möglichkeit während des Eingriffes ohne Schmerzen wach zu sein, den ersten Schrei Ihres Kindes zu hören und bei Wohlbefinden des Säuglings mit diesem noch während des Kaiserschnittes zu bonden. Eine Begleitperson darf Sie bei dem Kaiserschnitt unterstützen. Wir operieren nach der Methode nach Misgav-Ladach, welche eine schonende Operationsmethode ist mit einer kürzeren OP-Zeit und zügigeren postoperativen Mobilisation der Patientin.

Während der Schwangerschaft wird Ihr Kind über die Nabelschnur ernährt. Nach der Entbindung kann die Nabelschnur bzw. das restliche Blut in Ihr noch einen weiteren großartigen Dienst leisten. Die Stammzellen aus Nabelschnurblut können Menschen helfen, die an Krankheiten leiden, bei denen die eigenen Stammzellen nicht richtig funktionieren oder von Krebszellen verdrängt werden (z. B. Blutkrebs und andere lebensbedrohliche Erkrankungen des blutbildenden Systems). Nabelschnurblut ist deshalb besonders geeignet, weil die darin enthaltenen Stammzellen noch nicht völlig ausgereift sind und somit schon bei nur geringer Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger transplantiert werden können.

Das Nabelschnurblut kann schmerzlos nach dem Abnabeln des Kindes mittels Punktion entnommen werden und entweder zur privaten Einlagerung über eine private Nabelschnurblutbank oder als Spende über die DKMS eingelagert werden. Bitte informieren Sie sich dazu online bei der DKMS (Link??) oder den privaten Nabelschnurblutbanken.

Wir fördern seit Jahren aktiv das Bonding nach der Geburt. Das bedeutet, dass, sofern es die Situation erlaubt, Ihr Baby direkt nach der Entbindung auf die Brust gelegt wird, und Sie sich in engem Körperkontakt in Ruhe kennen lernen können. Die medizinischen Tätigkeiten wie Wiegen und Messen finden erst nach dieser wichtigen ersten Stunde statt. In zahlreichen Studien wurden die Vorteile des Bondings nachgewiesen, so fällt zum Beispiel der Start in eine harmonische Stillbeziehung wesentlich leichter, teilweise ergibt sich das erste Anlegen ganz von alleine.

Der intensive Hautkontakt mit der Mutter, die Wahrnehmung ihres Geruchs sowie der Klang ihrer Stimme, helfen Neugeborenen dabei, sich an die ungewohnte Situation anzupassen und ihr Wohlbefinden wird gesteigert. Sie zeigen bessere Blutzuckerwerte, haben keine Schwierigkeiten beim Atmen oder beim Stillen und haben eine konstante Körpertemperatur. Auch im Falle einer Schnittentbindung versuchen wir Ihnen das Bonding zu ermöglichen.